Einfach tierisch war die 11. Fotoproduktion in der Stuttgarter Wilhelma. Zaungäste gab es bei allen Produktionstagen, aber solche hatten wir noch nie! Das Zusammentreffen von Affen, Krokodilen, Serie-X und ehrenwerten Absichten, diese Produktion musste einfach gut werden!
Die Ursprünge der Wilhelma liegen im Jahre 1842, hier ließ König Wilhelm der I. von Württemberg ein Lustschloss im Maurischen Stil errichten. Gleichzeitig war er der Namensgeber der Anlage. Noch heute sind viele der Bauwerke und Grünanlagen erhalten.
Im Jahre 1918/19 wurde der Botanische Garten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die ersten Tiere fanden nach 1945 Einzug in den Tiergarten, welcher mit jährlich ca. 2 Mio. Besuchern zu einem der beliebtesten Zoologischen Anlagen Deutschlands zählt.
Das, im Jahr 2000 eröffnete Amazonas-Haus, war das bisher größte Projekt des Tiergartens. Auf rund 1200 m² bietet es bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 - 80% und einer Temperatur von annähernd 28°C einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere des tropischen Regenwaldes.
Für Model Hartmut, der beruflich sehr naturverbunden ist, ein idealer Ort, um sein Zeichen gegen Kindesmissbrauch zu setzen.
Am frühen Nachmittag des 26. Februar 2009 erreichte das Produktions-Team von Serie-X e.V. in Begleitung von Manuela Schenk das Amazonas-Haus der Stuttgarter Wilhelma.
Eile war geboten, da sich die Ausrüstung vor dem Einsatz zuerst noch akklimatisieren musste. Ein weiteres Zeitfenster wurde durch das schwindende Tageslicht vorgegeben. Denn ohne genügend Ausleuchtung sind auch Aufnahmen von einem Stativ immer recht schwierig umzusetzen.
Während also die letzten Zoobesucher den tropischen Regenwald auf sich einwirken ließen, wurde die Ausrüstung in das Gebäude getragen. Danach fanden auch die angereisten Akteure Zeit, sich selbst ein Bild von den Tieren und Pflanzen zu machen.
Nach einer Stunde wurde das Gebäude für den Publikumsverkehr geschlossen und das Shooting konnte beginnen.


Rasch war die Ausrüstung aufgebaut. Bei zehn vorausgegangenen Fotoproduktionen kein Problem für die anwesenden Helfer.
Begleitet wurde das Shooting von den Rufen der Schwarzen Brüllaffen, die in ihrem Revier das Treiben vor ihrer Glasscheibe beobachteten. Solche Zuschauer hatte man bisher noch nicht!
Mit fortlaufender Dauer der Produktion wurden die Bedenken von Fotograf Wilfried Adam bestätigt, das schwindende Licht stellte sich als zunehmendes Problem dar. Des Weiteren war auf Grund der vorgegeben Enge am Produktionsort das Model zu nahe an der Kamera und somit zu groß auf der Aufnahme zu sehen.
Dennoch wurde das Shooting mit seinem normalen Gang weitergeführt, wollte man das Ergebnis doch erst am Computer des Fotostudios auswerten. Nach Begutachtung der Aufnahmen kamen die Verantwortlichen zu dem Schluss, dass es besser wäre ein erneutes Shooting in der Wilhelma durchzuführen. Freundlicherweise wurde ein zweiter Produktionstag von Manuela Schenk angeboten.
Vorbei an Großpflanzen, wie Ameisenbaum oder Echter Mahagonibaum und Tieren wie Leguane und Kaimane ging es durch das lichtdurchflutete Amazonas-Haus zum Produktionsort.
Das wichtigste an diesem Tag war, dass sich die Fotoausrüstung an die tropischen Temperaturen gewöhnen konnte. Auch wenn das Equipment für den rustikalen Einsatz ausgerichtet ist, ist dies eine Grundvoraussetzung für die einwandfreie Funktion der Fotoapparate und Laptops.
Aber selbst nach dem Aufbau war die Ausrüstung noch nicht sicher. Besonders beliebt war beispielsweise das gelbe 12 Meter Stativ, das sofort nach dem Aufstellen von Ameisen belagert wurde. Aber keine Sorge, sie wurden wieder behutsam entfernt.

Dank neuer Technik, die bei dieser Produktion zum ersten Mal zum Einsatz kam, konnte das fotografische Ergebnis direkt auf dem Laptop betrachtet werden.
Trotz der Größe des Amazonas-Hauses, sah sich das Team vor eine neue Herausforderung gestellt. Da der Weg, welcher sich durch das Gebäude schlängelt zum Schutz der Pflanzen verständlicher Weise nicht verlassen werden durfte, stand das Stativ recht nahe am Model.
Nun sollten aber alle Aufnahmen für den Kalender dieselben Proportionen haben, also das Model nur einen kleinen Teil des Gesamtbildes einnehmen. Um das zu erreichen, musste ein extrem weitwinkliges Objektiv eingesetzt werden. Das war unter Anderem einer der Gründe, weshalb die Produktion ein zweites Mal durchgeführt werden musste.
Wer noch nie in einem tropischen Regenwald war, eine Tatsache, die auf fast alle Anwesenden zutreffen dürfte, der wurde von der Farbenpracht und Vielfalt der Pflanzen regelrecht erschlagen.
Keine Frage, dass sich Fotograf Wilfried Adam dazu hinreißen lies, einige der tropischen Pflanzen zu fotografieren.
Dazwischen wurde aber auch gearbeitet. Das Model durfte seine Position verändern oder eine neue Positionierung bzw. Ausrichtung der Kamera wurde nötig. Letzteres ganz zum Leittragen von Bernd Köhle, der die Ehre hatte das Stativ auf seine vorbestimmte Höhe auszufahren. Das wird übrigens mittels Druckluft gemacht, welche durch manuelles Pumpen erzeugt wird!
Aller Mühen zum Trotz, diesmal war das Ergebnis perfekt und alle Mitwirkenden mit dem Shooting zufrieden. Ein weiterer Schritt zum Kalender Serie-X, Väter setzten Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern war getan.


Die meisten haben sich gefragt, wie zeigt Bernd Köhle die 11. Produktion an. Na ja, da muss dann schon unser Fotograf Wilfried Adam mit zehn Fingern aushelfen.
Wir freuen uns über die gelungene Produktion und bedanken uns nochmals recht herzlich bei den Verantwortlichen der Stuttgarter Wilhelma und bei Manuela Schenk, die uns sehr fürsorglich betreut hat. Übrigens können wir einen Besuch in der Wilhelma wärmstens empfehlen – ein tolles Erlebnis für die ganze Familie.
Text: Tulga | Fotos: Bächle