Am Mittwoch, den 25. Juni, wurde an der Schwarzenbachtalsperre im schönen nördlichen Schwarzwald ein Zeichen auf der Staumauer gesetzt. Eile war geboten, da für diesen Produktionstag schwere Gewitter in der Region um den Produktionsort vorhergesagt wurden.
Das eingespielte Produktions-Team stellte jedoch einen reibungslosen Ablauf am Produktionsort, der Schwarzenbachtalsperre, sicher.
Manchmal ist es ein schmaler Weg, zwischen der Höhe und dem Abgrund. Ein schmaler Weg, der ausgewogen gegangen werden will. Manch einem Menschen mag dieser Weg schwer fallen.
Schwer war sicherlich die Realisierung der Talsperre, deren Bau im Jahre 1922 begann. So wurde der Wald gerodet, drei Häuser abgetragen und an anderer Stelle wieder aufgebaut und schließlich der gesamte Boden bis auf den Fels aus Granit abgetragen.
Der Bau der selbststützenden Staumauer wurde im Jahre 1926 vollendet. Zeitweise waren bis zu 2000 Arbeiter beim Bau von Deutschlands erster Gussbetontalsperre beteiligt.
Während der mittlerweile über achzigjährigen Geschichte der Schwarzenbachtalsperre, wurde der Stausee, letztmalig 1997, komplett für Sanierungsarbeiten abgelassen. Während dieser Zeit entpuppte sich der Stausee als Publikumsmagnet, da allerlei Dinge aus vergangener Zeit das Licht der Welt erblickten.
Die Motivgestaltung haben Initiator Bernd Köhle und Fotograf Wilfried Adam zwar schon im Kopf, eine Begehung des Aufnahmeortes ist aber unerlässlich.
Zu Fuß wurde die befahrbare Schwarzenbachtalsperre mit Herrn Braunegger von der EnBW abgegangen. Wo würde sich das Kalenderbild am besten umsetzen lassen?
Motive gab es an der sogenannten Gewichtsstaumauer genügend. Schließlich hat diese eine Länge von 400 Metern und eine Höhe von 65 Metern. Schon allein der Blick über den Stausee, mit einer Länge von ca. 2000 Metern, war ein eigenes Motiv wert. Aber deswegen war das Team von Serie-X nicht angereist.
Wenigstens war die Frage, in welche Richtung fotografiert werden musste schnell geklärt, immer mit der Sonne!


Welche Seite der Schwarzenbachtalsperre ist fotogener, die Seeseite oder die Ablaufseite?
Nun, da das Team sehr viel Wert auf Strukturen, markante Zeichnungen, einfach auf Kontraste zwischen Model und Produktionsort Wert legte, wurde entschieden, das Hauptmotiv auf die Ablaufseite der Staumauer zu legen.
Das angestaute Wasser des Sees auf der einen, der steile, tiefe Sturz der Staumauer auf der anderen Seite, das waren die Gegensätze, die gesucht wurden.
Umrahmt wurde der sich bietende Eindruck von dem angrenzenden Tannenwald, der den Schwarzwald so einzigartig macht. Auch sollte der am Grund der Staumauer befindliche "Grundablass" mit in das Gesamtbild einbezogen werden.
Jede Staumauer ist eine architektonische Meisterleistung, vor allem weil sie lange halten soll.
In der Mitte der Staumauer befinden sich, knapp unterhalb der "Dammkrone", 24 Öffnungen, diese sollen sicherstellen, dass bei Hochwasser die Staumauer nicht überlastet werden kann. Würde die Staumauer aufgrund einer Überbelastung brechen, so würden sich die ca. 14 Millionen Kubikmeter Wasser, die der Stausee speichert, in das unterhalb gelegene Murgtal in Richtung Forbach ergießen.
Natürlich nur theoretisch, denn die Schwarzenbachstaumauer wird in regelmäßigen Abständen überprüft und entsprechend gewartet. Schließlich kann dank der Staumauer das Rudolf-Fettweis-Werk, deren Betreiber die EnBW ist, bis zu 44 Megawatt Strom erzeugen.

So ein Stausee hat schon eine imposannte Größe, da die Produktion des Shootings vom gegenüber liegenden Ufer dokumentiert werden sollte, war es fast unerlässlich auf ein Fahrrad zu steigen, um schnell an das gegenüber liegende Ufer zu gelangen. Dass das Fahrrad noch einen weiteren guten Zweck erfüllen sollte, zeigt sich auf einem der folgenden Bilder.
Auf der Aufnahme zu sehen ist im Vordergrund Fotoreporter Jörg Bächle, dahinter von links Initiator Bernd Köhle, Fahrer Reiner Jeckel und Fotograf Wilfried Adam, letzterer bei der Montage seines bis auf 12 Meter Höhe ausfahrbaren Statives.
Dieses Stativ macht die Aufnahmen aus der Vogelperspektive überhaupt erst möglich. Ausgestattet mit einer Funksteuerung kann die Position der Kamera in der Höhe verstellt werden.
Ausgelöst wird die Kamera über ein Fernauslösekabel, das mit einem kleinen Display verbunden ist, welches das Bild der Kamera wiedergibt.
Der Stausee, der von der Schwarzenbachtalsperre angestaut wird, bietet neben der Befahrung mit Tret- oder Elektroboot, auch ausreichend Wanderwege. Will man den See also zu Fuß umrunden, so bietet er vom gegenüber liegendem Ufer einen herrlichen Ausblick in Richtung der Staumauer.
Kein Wunder, dass dieses imposante Bauwerk schon vielen Fotografen als Motiv diente.
Der Blick geht über den Stausee zur Schwarzenbachtalsperre, dahinter geht es hinab in das, im nördlichen Schwarzwald gelegene Murgtal, das man aus Richtung Stuttgart oder Karlsruhe kommend leicht erreichen kann.
Die Schwarzenbachtalsperre ist ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer oder Tagesausflügler ist hier kann man die Natur noch erleben.


Das Produktions-Team von Serie-X hat sich im Laufe der bisherigen Produktionen perfekt eingespielt. Jeder weiß mittlerweile, was er zu tun hat.
Die freundliche und hilfsbereite Zusammenarbeit mit Herrn Braunegger von der EnBW sorgte wieder einmal für eine gute Stimmung am Set. So machte die Produktion Spaß.
Auch der Aufnahmeort musste sorgfältig vorbereitet werden, Gegenstände, die nicht in die Gestaltung des Bildaufbaus passten, wurden kurzerhand entfernt. In diesem Fall musste ein an der Staumauer befestigter Mülleimer daran glauben.
Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte ein erstes Probe-Shooting stattfinden. Hierzu positionierte sich das Model "Jürgen" an der festgelegten Stelle. Die Probebilder wurden ausgewertet, sodass noch kleinere Änderungen am Bildausschnitt festgelegt werden konnten.
Jedes Model, egal ob weltbekannter Superstar auf dem Laufsteg, oder wie hier, ein Amateur, ist vor dem Beginn eines Shootings nervös. Dabei hilft es, noch einmal tief durchzuatmen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Unserem Model "Jürgen" ist dies gut gelungen. Er setzte in professioneller Ruhe sein "Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern".
Der Vater zweier Kinder will versuchen, durch das Setzen seines Zeichens und dem Verkauf des 2009 erscheinenden Kalenders, wenigstens einen Missbrauch zu verhindern. Zumindest aber dazu beizutragen, durch den Erlös des Kalenders sozial agierende Organisationen zu unterstützen und dadurch missbrauchten Kindern zu helfen.
In der heutigen Zeit, in der man gezwungen ist, zuerst nach sich oder seiner Familie zu schauen, ist dieses Zeichen Gold wert.


Licht ist unerlässlich in der Fotografie. Ob das Licht nun künstlich erzeugt wird, mittels Leuchten oder Blitzgeräten, oder natürlich, durch die Sonne selbst, ist letztendlich egal.
Das Motiv muss stets im rechten Licht stehen. Nur so kann eine Aufnahme zum gewünschten Erfolg führen.
Allerdings kann zu viel Licht auch Stören, zum Beispiel dann, als die Aufnahmen auf dem Laptop kontrolliert wurden. Hier wäre etwas Schatten wünschenswert gewesen.
Aber man muss man sich zu helfen wissen. In diesem Fall wurde eine Windjacke kurzerhand zu einem Sonnenschutz umfunktioniert. Das mag zwar aussehen wie bei einer Erkältungs-Inhalation aus Omas Zeiten, erfüllte seinen Zweck aber wunderbar.
Einfach Perfekt!
Die Schwarzenbachtalsperre hat eine Länge von 400 Metern, um diese Distanz auf schnelle Weise zu überbrücken, kann man, wie in diesem Fall, auf ein Fahrrad zurückgreifen.
Da die Produktion in Ruhe ablaufen sollte, wäre es störend gewesen, wenn während der Aufnahmen Passanten auf der Staumauer und somit im Bild gewesen wären. Um das zu vermeiden, wurden die Besucher der Schwarzenbachtalsperre an beiden Eingängen zur Staumauer gebeten, diese während der Zeit der Produktion nicht zu betreten.
Hierfür war Anatol Tulga zuständig! Nach einer kleinen Erklärung, weshalb das Betreten nicht möglich war, warteten die Besucher der Talsperre verständnisvoll an beiden Enden der Staumauer. Manch einer witterte zwar die Chance als Star entdeckt zu werden, musste aber einsehen, dass die freie Stelle als Model bereits vergeben waren.


Es gehört mittlerweile schon zum Standard, nach dem Ende eines Shootings für den Serie-X Kalender, die Zahl der abgeschlossenen Produktion anzuzeigen.
Bernd Köhle machte dies mit einem zufriedenen Lächeln, lag ihm die Umsetzung der Staumauer-Produktion doch besonders am Herzen. Seit dem Produktionsbeginn zu den einzelnen Kalendermotiven hat Bernd Köhle die Bilder schon im Kopf. Diese umzusetzen ist die Aufgabe des Fotografen Wilfried Adam.
Dass es bei der Umsetzung eines Motives unterschiedliche Meinungen gibt, ist dabei normal. Nach der Begehung einer Location und der anschließenden Diskussion wurde bisher aber immer eine perfekte Lösung gefunden.
Nicht zuletzt deshalb, da mehrere Blickwinkel auf das Motiv ausprobiert wurden. Nach einem Vergleich der verschiedenen Aufnahmen entscheiden Bernd Köhle und Fotograf Adam, welche letztlich im Kalender publiziert werden.
Dieses Gruppenbild zeigt das Produktions-Team von Serie-X. In der ersten Reihe: Model "Jürgen" und Fotograf Wilfried Adam, dahinter Bernd Köhle, Fahrer Reiner Jeckel, zweiter Vorsitzender Anatol Tulga und Herr Braunegger von der EnBW. Leider nicht im Bild, Fotoreporter Jörg Bächle (einer muss halt das Foto machen).
Auch diese Produktion wäre nicht möglich gewesen, wenn der Verein Serie-X e.V. nicht von Firmen und Personen unterstützt worden wäre, wir bedanken uns bei:
Firma Wolfer & Goebel Bau und Projekt GmbH für die kostenfreie Bereitstellung eines Fahrzeugs, bei der EnBW für die Erlaubnis auf der Schwarzenbachtalsperre eine Produktion durchführen zu können, bei Herrn Braunegger von der EnBW für die freundliche und sehr hilfsbereite Unterstützung während der Produktion und bei allen Passanten, die so geduldig auf das Begehen der Staumauer gewartet haben. Vielen Dank!
Text: Tulga | Fotos: Bächle
