Das Wattenmeer vor der Insel Neuwerk stellte den 7. Produktionsort dar

Am 26. Juli, einen Tag nach der Produktion auf dem Gelände des Flughafens Berlin-Tempelhof, war das Produktions-Team von Serie-X e.V. auf der Insel Neuwerk bei Cuxhaven, um die siebte von 12 Fotoproduktionen umzusetzen.

Das Kalenderbild
Foto: Wilfried Adam

Das Watt der Nordsee

Das 7. Shooting für den Serie-X Kalender fand auf der ca. 13 Kilometer vor Cuxhaven gelegenen Insel Neuwerk statt.
Eben diese Insel, die zum Bezirk Hamburg-Mitte gehört, obwohl Hamburg ca. 100 Kilometer entfernt liegt, wird vom Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer umgeben. Das bedeutet, dass auf einer Fläche von annähernd drei Quadratkilometern das Wattenmeer in die Schutzzone I bzw. II aufgeteilt ist.

Erreicht wird Neuwerk über die Orte Sahlenburg und Dunen, die beide zur Stadt Cuxhaven gehören. Bei Niedrigwasser kann die Insel zu Fuß, mit dem Wattwagen oder mit einem Pferd erreicht werden. Sollten die Wattwanderer von der rückkehrenden Flut überrascht werden, so finden sie in einer der Rettungsbarken Zuflucht, die entlang des Wattwanderweges aufgebaut sind.

Eben das Wattenmeer, das Neuwerk umgibt war das Ziel des Serie-X Produktionsteams und von Model Reiner, der hier sein Zeichen gegen Kindesmissbrauch setzte.

Ältester Leuchtturm der Hansestadt Hamburg

Als Wahrzeichen der Insel Neuwerk gilt der im Jahre 1310 erbaute Leuchtturm, der seinerzeit vor Piraten schützen sollte.
Im Jahr 1814 wurde auf dem Turm das Leuchtfeuer errichtet, welches heute noch in Betrieb ist und wegen dem Zusammenfluss von Elbe und Weser ein wichtiges Seezeichen darstellt.

Eine weitere Besonderheit der Insel Neuwerk ist die, dass besonders nach schwerem Wetter regelmäßig Bernstein am Strand angespült wird. Aus diesem Grund gibt es auf der Insel auch ein Bernsteinzimmer, das besonders schöne Exponate ausstellt.

Auf der Insel Neuwerk leben ca. 40 Personen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch die Beherbergung und Bewirtung der Inselbesucher bestreiten. An Wochenenden oder in der Urlaubszeit kommen pro Tag ca. 2000 Besucher über den Wattwanderweg oder mit der Fähre, die die Schönheit der Insel auf sich wirken lassen.

Für das Produktions-Team des Vereins Serie-X e.V. war vor allem das Wattenmeer von Interesse, das bei ablaufendem Wasser langsam zum Vorschein kommt und ein wahres Paradies für muschelsuchende Kinder darstellt.

Da die Insel komplett umdeicht war, stellte es für das Serie-X Produktions-Team kein Problem dar, die Insel zu umrunden um nach geeigneten Orten für die Fotoproduktion zu suchen.

Der Leuchtturm
Unterwegs mit dem Stativ

Unterwegs mit dem 12-Meter Stativ

Nun gibt es auf der Insel Neuwerk außer den Traktoren der Bauern und zwei Fahrzeugen der Bauhofarbeiter keinerlei Automobilverkehr, deshalb musste sich das Serie-X Team nach einer anderen Transportmöglichkeit für die Fotoausrüstung und dem Stativ umsehen.
Als keiner der angereisten Mitarbeiter von Serie-X zu überreden war, sich auf ein Pferd zu setzen, um mit diesem und der Ausrüstung zum ausgewählten Produktionsort zu reiten, wurde kurzerhand auf einen Handwagen zurückgegriffen, den der Besitzer einer Pension freundlicher weise überlassen hatte.

Bepackt mit allem, was benötigt wurde um die Produktion umzusetzen wurde die Insel über den begehbaren Deich abgelaufen. Bei Temperaturen von ca. 32 Grad Celsius nicht immer eine Freude für diejenigen, die als "Zugpferd" eingesetzt wurden.

Motivsuche am Wattenmeer der Nordsee

Wie bei jeder Produktion, so auch bei dieser, stand die Suche nach dem optimalen Produktionsort im Vordergrund.
Hier waren Initiator Bernd Köhle und Armin Wanninger damit beschäftigt, nach Merkmalen im Wattenmeer der Nordsee zu suchen, die der Aufnahme für den Serie-X Kalender die geforderte Spannung und Struktur geben sollte.

Nun hätte man meinen können, dass das Watt der Nordsee überall die gleiche Struktur und Beschaffenheit hätte. Dem war aber nicht so, kleine Erhebungen des Meeresbodens änderten den Schattenwurf durch die Sonne, die am strahlend blauem Himmel stand. Kleine und große Priele durchschnitten das Wattenmeer und gaben jeden Abschnitt seinen eigenen, besonderen Charakter.

Nicht einfach, dennoch wurde ein geeigneter Ort gefunden.

Motivsuche am Wattenmeer
Shooting im Watt

Vorbereitungen für das Shooting im Watt

Als jeder Mitarbeiter des Produktions-Teams von Serie-X der Meinung war, dass der momentane Standort ideal für das Shooting geeignet wäre, wurde die Ausrüstung aus den Transportkoffern ausgeräumt und aufgebaut.

Nun war es die Aufgabe von Fotograf Wilfried Adam eine geeignete Einstellung für die Kamera zu finden. Kein leichtes Unterfangen, da das verbliebene Wasser der Nordsee im grellen Sonnenlicht auf dem Watt glänzte wie ein Spiegel im Sonnenschein.

Wir sind da, nur die Nordsee nicht

An der Nordsee kann wunderbar gebadet werden, Wassertemperaturen von annähernd 22 Grad Celsius sind kein Problem. Ein Problem kann es aber sein, wenn man baden möchte, zu diesem Zeitpunkt aber kein Wasser vor Ort ist, da momentan Ebbe herrscht.

Des einen Freud, des andren Leid, könnte hier gesagt werden! Andererseits bietet das Wattenmeer vor der Insel Neuwerk ein reichhaltiges Angebot an Tieren, Muscheln und anderen Fundsachen, so dass auch bei Niedrigwasser keinerlei Langeweile aufkommen dürfte.

Auf dem rechten Bild ist das Meer schon im Hintergrund zu sehen, die Aufnahme entstand bei auflaufendem Wasser.
Dass es recht schnell gehen konnte von der Flut überrascht, sozusagen vom Wasser umzingelt zu werden, konnten Reiner und Armin während der Fotoproduktionen mehrfach feststellen.

Wo ist das Meer?
Das Heuhotel

Das Heuhotel...

Um die Reisekosten so gering wie möglich zu halten, wurde nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit gesucht, die in Form eines Heuhotels auf der Insel Neuwerk gefunden wurde.

Dieses Heuhotel hatte schon seinen eigenen Charme, wer wollte nicht schon immer einmal in einem Heuhaufen schlafen?

Also wurden die Decken und Schlafsäcke ausgebreitet, mit dem Heu ein Kopfkissen geformt und in das Reich der Träume davon geschwebt.

Bedauerlicher Weise ergab sich aber der Umstand, dass drei der anwesenden Personen begannen, in der Nacht den Holzboden neu zu verlegen und dafür kräftig sägten.

...und seine Folgen

Der nächste Morgen. Die Sonne schien, eine milde Briese wehte von der See hinüber zu den Sitzplätzen vor dem Heuhotel und Fotograf Wilfried Adam machte einen etwas übernächtigten Eindruck.

Nun wurde nach einer Lösung gesucht, die auch in Form einer freiwilligen Ausquartierung des Schnarchenden gefunden wurde. Anatol Tulga, zog es vor, die nächste Nacht auf der Wiese vor dem Deich zu verbringen. Eine wunderbare Idee, wie er am darauffolgenden Morgen sagte, ein Sternenhimmel wie aus dem Bilderbuch, frische Luft von der See und endlich durchschlafen, da er nicht alle fünf Minuten aufgrund seiner "lauten" Schlafweise geweckt wurde.

Somit war der nie in Frage gestellte Frieden wieder hergestellt und das Serie-X Team machte sich auf, ein Shooting bei aufgehender Sonne vorzubereiten.

und seine Folgen
Wunderbare Nordsee

Wunderbare Nordsee

Der letzte Tag auf der Insel Neuwerk im Wattenmeer der Nordsee. Eine wunderbare klare Nacht ging diesem Tag voraus, ideal um eine Fotoproduktion bei aufgehender Sonne umzusetzen.

So machte sich das Serie-X Team, das aus Bernd Köhle, Model Reiner, Model Armin, Fotograf Wilfried Adam und Anatol Tulga bestand, um vier Uhr morgens auf den Weg hinab zum Strand um eine weitere Aufnahme nach den Vorstellungen von Bernd Köhle umzusetzen.

Ein frischer Wind wehte über das Wattenmeer aus Richtung Cuxhaven zu den Frühaufstehern hinüber, zu stark um mit der benötigten Verschlusszeit zu arbeiten, die eine scharfe Aufnahme der Szene verlangte. Schade, das Shooting wurde abgebrochen!

Dennoch harrten alle der Anwesenden aus, um dieses wundervolle Naturschauspiel zu verfolgen.

Wattwandern in der Nordsee

Die gewünschten Aufnahmen für den Serie-X Kalender waren sicher auf das Laptop von Wilfried Adam übertragen, die Ausrüstung war wieder sicher verstaut und das Produktions-Team hatte Zeit endlich das Wattenmeer vor Neuwerk zu erkunden.

Nachdem die Schuhe ausgezogen und verstaut waren, ging es kurzerhand dem Wattweg entlang in Richtung der Nachbarinsel Scharhörn, die zusammen mit der Insel Niegehörn ein Vogelschutzgebiet bilden. Da die beiden Inseln aber nicht nach vorheriger Absprache mit dem Vogelschutzwart betreten werden durften, machten die Wanderer nach der Hälfte des Weges wieder kehrt.

Es war einfach im Wattenmeer die Zeit zu vergessen, da es hier allerlei zu entdecken gab! Sollte der oder die Wanderer vom rückkehrenden Wasser überrascht werden, so finden sie in den Rettungsbarken Schutz, die entlang des Weges stehen.

Wattwandern
Produktion sieben ist fertig

Ziel erreicht, 7. Produktion ist abgearbeitet

Bernd Köhle, der das Projekt "Serie-X, Väter setzen Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern" ins Leben gerufen hatte, zeigte zum Abschluss des Foto-Shootings auf der Insel Neuwerk die Nummer der Produktion mit seinen Fingern an.

Es ist mittlerweile ein kleines Ritual geworden! Bleibt nur die Frage, wie er die elfte und zwölfte Produktion anzeigen wird.

Apropos nächste Produktionen, schon bald wird das Produktions-Team von Serie-X Aufnahmen bei dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte im Saarland machen. Es dürfte wieder ein spannendes Shooting werden, da das ehemalige Eisen- und Stahlwerk viele aufregende Orte bietet, an denen Fotoaufnahmen für unseren Serie-X Kalender durchgeführt werden könnten.

Rückreise nach Cuxhaven über das Watt

Schön war die Zeit auf der Insel Neuwerk im Wattenmeer der Nordsee. Gelegen vor den Toren von Cuxhaven, der Stadt an der Elbe und Weser zusammenfließen.

Als die Zeit für den Aufbruch gekommen war, wurde das Gepäck in die Kutschwägen verstaut und ab ging die Reise zu dem in 13 Kilometer entfernten Ort Sahlenburg, in dem wir unsere Fahrzeuge zurückgelassen hatten.

Auf dem Bild rechts ist eine Rettungsbake entlang des Wattwanderweges zu sehen.

Auch für diese Produktion möchte sich das Team von Serie-X e.V. für die freundliche Zusammenarbeit bedanken. Bei der Freien und Hansestadt Hamburg und der Nationalparkstation auf Neuwerk.

Text: Tulga | Fotos: Tulga

Rückreise