Ein erstes Zeichen wurde am letzten Wochenende im März 2008 für das Projekt der Serie-X gesetzt. In den Hauptrollen: ein Freibad mit Spuren des vergangenen Winters, der Wind und ein Familienvater – Milo.
Denkt man an den Freizeitspaß Freibad, so stehen zwei Parameter hoch im Kurs: Wasser- und Lufttemperatur. Sie entscheiden, ob der Besuch im Freibad als angenehm empfunden wird. Beim ersten Shooting für das Kalenderprojekt Serie-X war die Wassertemperatur kein Thema, schließlich fand das Shooting in einem leeren Becken statt.
Ein Becken, das noch nicht gereinigt war, sondern erst in der darauf folgenden Woche blitzeblank geputzt und mit Wasser gefüllt für die Freibad-Saison gerüstet wurde. Fotograf Wilfried Adam, X-Model Milo, Bernd Köhle, Anatol Tulga, Andreas Götz und Jörg Bächle trafen sich am Samstagnachmittag, 29. März, im Freibad in Nürtingen, um ein erstes Kunstwerk zu initiieren. Nachdem die Wetterprognose für diesen Tag zum großen Teil heiteres Wetter versprach, wurde der Termin in Absprache mit der Bäderverwaltung vor Ort kurzfristig angesetzt. Für die gute Zusammenarbeit möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken.
Dass man mit dem Fahrzeug quasi bis zum Beckenrand fahren darf, kommt selten vor. In diesem Falle war es notwendig: Das Stativ des Fotografen ist nicht gerade ein Leichtgewicht. Nur mit Muskelkraft kann der Fotograf die Kamera über eine hydraulische Pumpe auf zwölf Meter Höhe nach oben bringen. So bekommt Wilfried Adam einen fotografischen Standpunkt, wie man ihn zumindest im Freibad nur vom Zehnmeterturm genießen kann. Voraussetzung: Man ist schwindelfrei. Dieses Problem hat der Fotograf nicht. Mit einer speziellen Vorrichtung „Marke Eigenbau“ kann er bequem vom Boden aus durch den Sucher der Kamera schauen. Mit Hilfe kleiner Motoren verändert er den Blickwinkel. Nur der Wind kann dem Shooting einen Strich durch die Rechnung machen. Bis zu einem Meter schwenkt das Riesenstativ aus, wenn es von einer Windböe erfasst wird. Nichts Schlimmes für die Kamera, doch der Bildinhalt verändert sich in diesem Fall. Mit diesen Widrigkeiten hatten die Statisten auch am Samstag zu kämpfen. Nach 90 Minuten, die für alle Mitwirkenden Anspannung pur bedeuteten, war Teil eins der Produktion im Kasten.


Das erste X-Model, Milo zum Shooting:
„Durch die kurzfristige Terminierung hatte ich nicht sehr viel Zeit, um Lampenfieber zu bekommen. Je näher jedoch das Shooting kam, desto größer war meine Aufregung. Wie wird alles ablaufen? Dann das Wetter, irgendwie ist es doch noch ein Hauch Winter! Aber letztendlich empfand ich alles als nicht so wild.
Im Metallbecken war es wärmer als am Beckenrand, und vom Wind spürte ich dort überhaupt nichts. Die Produktion an sich ging reibungslos und entspannt über die Bühne. Mir hat es auf jeden Fall jede Menge Spaß gemacht.“
Wie auf dem Foto links zu sehen ist, konnte der Bildausschnitt über ein Kabel, das mit einem kleinem Monitor verbunden war, betrachtet und eingestellt werden.
Punkt 12 Uhr traf man sich am Samstag, 29. März, in einem Freibad in der Nähe von Stuttgart. Bevor sich jedoch Model, Szenerie und Fotograf näher kamen, musste die Technik installiert werden. Die Fernbedienung für die Kamera ist eine Sonderanfertigung, ein Einzelstück. Damit lassen sich Häuser, Gebäude oder Firmen aus einer interessanten Perspektive ins rechte Licht rücken – von oben.
Der Standpunkt ist ein wichtiges fotografisches Kriterium, ebenso Licht, Blendenöffnung oder Verschlusszeit. Über den Standpunkt ereicht man wie im Falle des Kalenderprojekts der Serie-X so gesehen ungewohnte Einblicke auf vertraute Szenen. Das macht den besonderen Reiz der Aufnahmen aus: Das X der Väter, die Zeichen setzen wollen ist das Salz in der Suppe und macht die Produktion so einmalig.

Doch vor dem Bild steht der Schweiß. Auf und ab muss das Stativ die Kamera tragen – der Fotograf überspielt die Bilder auf den Laptop. Gemeinsam werden die Ergebnisse dokumentiert, Fragen gestellt: Soll das X-Model neben oder im Becken liegen? Wo ist der Kontrast am größten? Wie schaffe ich Dreidimensionalität im Bild: Sollen die Sprungbretter den Vordergrund dominieren?
Für alle Fragen werden Antworten gefunden. Nach mehreren Auf und Ab der Kamera ist das Bild geschossen. Nach getaner Arbeit, die doch allen Beteiligten großen Spaß gemacht hat, wird auf das erste Shooting des Kalenders Serie-X, Väter setzen Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern angestoßen: Die Serie-X nimmt Konturen an, das Projekt hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Man darf gespannt sein auf die nächsten Produktionen.
Text: Tulga | Fotos: Bächle