Oktober 2008, bei bestem Herbstwetter fand die 10. Fotoproduktion auf dem Breitenstein, einem Aussichtspunkt nahe Bissingen-Ochsenwang statt. Der Steilabfall der Schwäbischen Alb, auch Albtrauf genannt, war ideal, um ein stimmiges Herbstbild zu produzieren.
Herbstzeit, Serie-X e.V. ist wieder unterwegs ein weiteres Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern zu setzen.
Dieses mal mit dem Model Roland, selbst Vater von zwei Kindern.
Der Produktionsort lag dieses Mal ganz in der Nähe. Auf dem Breitenstein, einem Felsvorsprung am Rand der Schwäbischen Alb. Ein herbstliches Bild sollte es werden, ein Bild das auch die Schönheit der Region um Kirchheim unter Teck zeigt und dennoch zum Hinterfragen anregt.
Hinterfragen? Ja sicher! Warum liegt dort, in dieser herrlichen Umgebung ein nackter Mann, was will er damit ausdrücken?
Nun, die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Das Model will durch sein Zeichen, einem X, auf ein Unrecht aufmerksam machen, das jährlich über 200.000 Kinder ereilt:
Sexueller Missbrauch!
Eine wunderbare Weitsicht bot sich dem Produktions-Team als es beim Breitenstein angekommen war. Weit ins Landesinnere von Baden-Württemberg konnte man den Blick schweifen lassen. Das Tal war teilweise noch von den Nebelbänken umschlossen.
Der Albtrauf, wie der nordwestliche Rand der Schwäbischen Alb genannt wird, ist bekannt für seinen Stufenhang, der an manchen Stellen bis zu 400 Meter abfällt. Ebenfalls Typisch sind die Wacholderheiden, die diese Region so einmalig machen.
Das bekannte Randecker Maar, ein vor ca. 17 Millionen Jahren aktiver Vulkanschlot, hat sicherlich seinen Teil bei der Gestaltung der Region um Weilheim/Teck beigetragen. Ebenfalls Typisch sind die weißen Felsen aus Riffkalk, die vielerorts hervortreten und dem Albtrauf auf Grund des blassblauen Schimmers den poetischen Namen Blaue Mauer gaben.


Nahe an der Kante des Albtraufes wurde nach einem geeigneten Standort für das Stativ und einem Liegeort für das X-Model Roland gesucht.
Die Standortfrage gestaltete sich schwieriger als gedacht, da die Felswand und das Stativ lange Schatten durch die noch tief stehende Morgensonne warfen. Teile des Tales und somit des Bildmotives lagen damit im Dunkeln.
Also wurde der Produktionsort solange gewechselt, bis keine störenden Schatten im Bild waren. Die Natur hat halt seine Tücken. Wenigstens war der Nebel im Tal noch vorhanden und damit der Hintergrund für spannende und stimmungsvolle Aufnahmen.
Vermutlich war es nicht nur der Morgennebel, der Eduard Mörike, ehemals Vikar in Ochsenwang, immer wieder an seinen Lieblingsplatz, den Breitenstein, wandern ließ.
Als der richtige Standort gefunden war, begannen auch gleich die
Vorbereitungen auf das Shooting. Die Kamera wollte mit der richtigen Brennweite und Blende eingestellt werden, schließlich sollte auch der Bildausschnitt und die Tiefenschärfe stimmen.
Im Hintergrund thronte die Burg Teck, welche im Jahre 1152 erstmals erwähnt wurde. Die 775 Meter hoch gelegene Schutzburg ist eines der vielen Wahrzeichen der Region um Kirchheim unter Teck.
So langsam zog sich auch der von der Felswand produzierte Schatten aus dem Tal zurück und die ersten Aufnahmen fanden ihren Weg auf die Speicherkarte der Kamera.

Mit jeder Minute, die verging, erwärmte sich die frische Morgenluft.
Kaum zu glauben, auf der Hochebene der Schwäbischen Alb war es deutlich wärmer als unten im Tal.
Das Versetzen des Statives und das notwendige Pumpen, das Stativ wird dadurch auf seine Maximalhöhe von 12 Metern ausgefahren, taten ihr übriges, um Bernd Köhle ins Schwitzen zu bringen.
Nach bisher zehn Fotoproduktionen wusste aber ohnehin jeder, was er zu tun hatte und wenn einem die Luft ausging, dann wurde einfach durchgewechselt.
Wie gesagt, die Kamera, die am Ende des Statives befestigt war, fand ihren Weg in den Morgenhimmel und weitere Motive wurden abgelichtet.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, sagt der Volksmund. Das gilt für fast alle Lebensbereiche und natürlich auch für die Fotoproduktionen für den Serie-X-Kalender, der im September 2009 erscheinen soll.
Wie schon vermutet wurde, stellte das morgendliche Licht den Fotografen Wilfried Adam auf die Probe, musste sich aber auf Grund der Erfahrung des Berufsfotografen geschlagen geben.
Mit einer gelassenen Souveränität setzte Wilfried Adam die Motive, die Bernd Köhle schon im Kopf hatte, um. Bei den Kontrollen am Laptop wurde deutlich, wie gut die Einstellungen getroffen wurden.
Dass die Aufnahmen am Computer noch nachbearbeitet werden liegt auf der Hand, jedoch ist ohne ein solides Grundgerüst in Form einer ausgewogenen Aufnahme auch mit dem besten Grafikprogramm nichts mehr zu retten. Diese Basis war bei der Produktion auf dem Breitensten jedoch gegeben.


Auch das Model Roland war gespannt wie die Motive umgesetzt wurden. Schließlich handelt es sich bei den Vätern, die für Serie-X e.V. ihren Körper zur Verfügung stellen, um reine Amateure.
Da es sich beim Breitenstein um einen beliebten Ausflugsort handelt, kam es zu immer längeren Pausen zwischen den Shootings, die von Model Roland gerne genutzt wurden, um Bernd Köhle und Wilfried Adam bei ihrer Beurteilung der Aufnahmen über die Schulter zu schauen.
Roland, selbst begeisterter Hobbyfotograf, hat in den Shootingpausen des Öfteren zu seinem Fotoapparat gegriffen und die Schönheit der Umgebung für sein ganz privates Fotoalbum eingefangen.
Die Auswahl des Kalendermotivs wurde auf den nächsten Tag verschoben, um die Ergebnisse des Tages in einer ruhigen Umgebung zu studieren.
Zufrieden waren eigentlich alle anwesenden Personen, die beim heutigen Shooting anwesend waren.
Besonders zufrieden dürfte jedoch unser Fotograf gewesen sein, schließlich hatte er das morgendliche Licht ausgetrickst.
So kam es nicht von ungefähr, dass es in die Kamera lächelte, mit der die laufende Produktion begleitend fotografiert wurde.
Ende gut, alles gut, sozusagen!
Die nächsten Produktionen sind bereits in der Vorbereitung, zwar sind noch ein paar Kleinigkeiten zu klären, aber das ist ja normal bei einem solch großen Projekt.
Eines ist jedenfalls jetzt schon sicher, der Kalender wird pünktlich im Verkauf erhältlich sein, dafür stehen die Verantwortlichen des Vereins Serie-X e.V. ein.


Das Produktions-Team, das am Albtrauf auf dem Breitenstein vor Ort war, bestand aus folgenden Personen (von links):
Anatol Tulga (2. Vorsitzender Serie-X e.V.), X-Model Roland, Wilfried Adam (Fotograf), Bernd Köhle (1. Vorsitzender Serie-X e.V.) sowie Clooney (Wachhündin von Serie-X e.V.).
Insgesamt verlief die Produktion wieder einmal sehr ruhig und entspannt. Das könnte dieses Mal auch daran gelegen haben, dass das Shooting bereits bei Sonnenaufgang begann und so mancher noch nicht ganz wach war.
Das Bild wurde übrigens von einer netten Dame geschossen, die mit ihrer Tochter ebenfalls zur frühen Stunde zu dem Aussichtspunkt auf der Schwäbischen Alb gefunden hatte.
Hierfür ein dickes Danke.
Am späten Vormittag war die Produktion am Breitenstein beendet. DieAusrüstung wurde verpackt und von allen Anwesenden zurück zu den Fahrzeugen transportiert.
Zurück blieb der Breitenstein, bei dem sich langsam aber sicher immer mehr Wanderer einfanden, um den schönen Ausblick zu genießen. Das Produktions-Team hatte zu Recht sehr früh am Morgen mit seiner Arbeit begonnen. Nur so konnte sicher gestellt werden, dass die Produktion in Ruhe ablaufen konnte.
Zu einem späteren Zeitpunkt wäre eine Umsetzung des Kalenderbildes nicht möglich gewesen. Schließlich ist es nicht jedermanns Sache, in Anwesenheit eines nackten Mannes, auch wenn dieser die meiste Zeit mit einem Bademantel bekleidet war, den Ausblick zu genießen.
Das war aber bekannt und wurde von Serie-X e.V. respektiert.


Auch die zehnte Produktion wird von Bernd Köhle mit den Fingern angezeigt. Das Team von Serie-X war mit allen Foto-Shootings absolut zufrieden.
Sämtliche Motive passen hervorragend in das Konzept des Kalenders und wurden von Fotograf Wilfried Adam stets sehr professionell umgesetzt. Jetzt stehen noch zwei Produktionen aus, vielleicht auch drei, falls wir uns für ein separates Titelbild entscheiden.
Das soll allerdings mit unserer Werbeagentur noch abgestimmt werden.
Text: Tulga | Fotos: Tulga