Das letzte Shooting für den Serie-X Kalender Väter setzen Zeichen gegen den Missbrauch an Kindern fand in den Bavaria Filmstudios in München statt. Dort, wo sonst bewegte Bilder für Fernsehen und Film entstehen, sollte ein gefrorenes Bild zum Nachdenken anregen.
Der Ursprung der heutigen Bavaria Filmstudios liegt im Jahr 1919, damals erwarb die Münchner Lichtspielkunst AG (M.L.K.) ein Gelände im Nordosten Grünwalds, genauer im Ortsteil Geiselgasteig. Bereits im September 1919 wurde mit dem Bau des ersten Studios, dem Glashaus, begonnen. Hier entstand auch im Jahr 1920 der erste Stummfilm Der Ochsenkrieg nach einem Roman von Ludwig Ganghofer unter der Regie von Franz Osten.
Da das Glasatelier durch einen Hagelschauer im Jahre 1928 zerstört wurde, errichtete man dort das Studio 1 auf dessen Fundament.
Als Gründungsdatum der Bavaria Atelier GmbH wird der 1. August 1959 genannt. In diesem Jahr begann auch das Fernsehzeitalter mit der Fernsehproduktion Der eingebildete Kranke am 24. November 1959. Den heutigen Namen Bavaria Film erhielt die Bavaria Atelier GmbH am 3. August 1987.
Heute werden von mehr als 20 Firmen auf dem 356.000 m² großen Gelände TV- und Filmproduktionen durchgeführt.
Die bekannte Kulisse Münchner Straße war für Model Martin der Produktionsort der 12. Fotoproduktion, um sein Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern zu setzen.
Bilder sagen mehr als Worte besagt ein altes Sprichwort und so wurde erstmals ein Shooting mit einer professionellen Videokamera begleitet. Die Filmreportage, welche aus dem Filmmaterial zusammen gestellt wird, zeigt das Wirken und Arbeiten des Produktions-Teams von Serie-X in bewegten Bildern.
Als Kameramann bot sich Hartmut Scheuter an, der auf diesem Gebiet schon einige Erfahrungen sammeln konnte. Geschnitten wird das Material bei DAF-Film in Esslingen, von der auch die technische Ausrüstung gestellt wurde.


Zwischen dem ersten und letzten Aufbau des Spezialstativs liegen etwas mehr als 12 Monate. Damals, am 30. März 2008, als das erste Kalenderbild im Nürtinger Freibad umgesetzt wurde, wusste keiner der beteiligten Personen des Serie-X Produktionsteams, wie die Aufnahmen aus einer Höhe von 12 Metern wirken würden.
Bei der letzten Produktion am 10. April 2009 in der Außenkulisse Münchner Straße bei Bavaria Film, war sich jeder sicher, dass die entstehende Aufnahme sehr gut werden würde.
Ein blau-weißer Himmel, wie aus dem Bilderbuch, mildes Wetter, eine tolle Kulisse und das Wichtigste, ein gut gelauntes und eingespieltes Team. Die besten Voraussetzungen für ein gelungenes Shooting.
Also, zum letzten Mal den besten Standort für das Stativ suchen, die Kamera und das Model Martin vorbereiten, dann konnte es losgehen.
Während Fotograf Wilfried Adam seine Kamera einstellte, hielt Bernd Köhle nach einem geeigneten Liegeplatz für Model Martin Ausschau. Anatol Tulga grübelte darüber nach, wie er seine Rückenprobleme in den Griff bekommen könnte, während Model Martin ganz entspannt die Szenerie beobachtete, die von Kameramann Hartmut auf Digitalfilm gebannt wurde. Das ganze Szenario wurde mit der Digitalkamera von Fotoreporter Jörg Bächle wunderbar festgehalten.
Wie immer wusste jeder, was er zu tun hatte, auch wenn es für manch Aussenstehenden manchmal nicht den Anschein hatte.
Geordnetes Chaos, für das Serie-X Produktions-Team eine lieb gewonnene Normalität.

Ob Film oder Fotografie, beides lebt von der Gunst des Betrachters, ob im Lichtspielhaus oder einer Galerie. Die Anzahl der Besucher entscheidet mit über Erfolg oder Niederlage einer Produktion und somit über die Gunst der Kritiken in den Medien.
Doch während einer Produktion, egal um welche es sich handelt, sind Besucher manchmal fehl am Platz. Besonders dann, wenn ein Model nackt in Szene gesetzt werden muss, wie bei den Produktionen zum Kalender von Serie-X.
Aus diesem Grund staunte Bernd Köhle nicht schlecht, als kurz vor Beginn der Fotoproduktion eine Besuchergruppe durch die Münchner Straße geführt wurde.
Was tun? Nachdem der Leiter der Gruppenführung über die anstehende Produktion ins Bild gesetzt wurde, hatte das Team von Serie-X die nötige Ruhe für eine reibungslose Fotoproduktion.
Sicherheitshalber wurde aber noch Anatol Tulga zum Eingang der Münchner Straße geschickt, um weitere Führungen umzuleiten.
Dass unser Model Martin nicht nur nackt auf dem Bauch liegend eine gute Figur abgab, zeigte er an einer kurzen Einlage an der Gitarre. Kurzerhand legte er ein kleines Intermezzo ein. Für ihn als Musiker eine besondere Art der Entspannung zwischen den einzelnen Aufnahmen.
Selbstverständlich war Kameramann Hartmut sofort zur Stelle um die Showeinlage zu filmen.


Die Kontrolle am Laptop wurde zu einem unerlässlichen Ritual während den 12 Fotoproduktionen zum Serie-X Kalender.
Auch hier, in der Münchner Straße bei Bavaria-Film, war es eine Grundvoraussetzung, das Bild, das von der Kamera in 12 Meter Höhe via WLAN zum Laptop gesendet wurde, zu kontrollieren.
Wie hart war der Kontrast zwischen dem Licht der Mittagssonne und den Schatten der Kulisse?
Lag das Model genau so, wie es Initiator Bernd Köhle und Fotograf Wilfrid Adam angedacht hatten?
Fragen über Fragen, die nur beantwortet werden konnten, nachdem das Endprodukt, das Foto, auf dem Bildschirm des Laptops angezeigt wurde.
Nach insgesamt zwei Stunden Produktionszeit stand fest: Die letzte Position des Models und die letzte Einstellung des Bildausschnitts passen ideal zusammen. Das Bild ist im Kasten!
Es war deutlich zu spüren, wie die Anspannung von den beteiligten Produktionsmitgliedern abfiel. Eine der Hürden war geschafft, die 12 Kalenderbilder standen fest. All die Produktionsorte, die auf der Wunschliste standen, letzten Endes aber nicht genehmigt wurden oder technisch nicht realisierbar waren, gerieten in Vergessenheit.
So groß die Freude auch ist, es ist nur eine weitere Etappe auf der langen Strecke bis zum Verkauf des Kalenders geschafft.
Noch sind viele wichtige Dinge zu regeln, die den Kalenderverkauf sowie das Marketing betreffen.
Die Verantwortlichen im Verein Serie-X e.V. sind sich jedoch sicher, dass auch diese Hürden genommen werden, da sich im Laufe der Zeit viele starke Kontakte gebildet haben, die unser Projekt unterstützen und vorantreiben.


Anatol Tulga, Wilfrid Adam und Bernd Köhle gaben sich die Ehre, die 12. Fotoproduktion mit ihren Fingern anzuzeigen.
Die wichtigste Person steht dabei in der Mitte des Bildes, ohne sein Wissen um die Fotografie und ohne seiner technische Ausstattung wären die Aufnahmen nicht möglich gewesen.
Wie immer sind wir aber auch noch folgenden Personen und Firmen dankbar, ohne deren Hilfe die Umsetzung des 12. Shootings nicht möglich gewesen wäre!
Unser herzliches Dankeschön gilt bei dieser Produktion vor allen Dingen der Bavaria Film GmbH in Geiselgasteig für die Genehmigung des Shootings und der sehr guten Vorplanung. Außerdem bedanken wir uns bei DAF Film in Esslingen für die Überlassung der Filmkamera und weitere Bearbeitung des aufgenommenen Filmmaterials.
Text:Tulga | Fotos: Bächle